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Wer auf X, Instagram, TikTok und Co. präsent sein möchte, muss wenig entscheiden – kann aber auch kaum mitreden. Die Registrierung eines Accounts bei den jeweiligen Digitalkonzernen ist obligatorisch, ebenso die Nutzung der dazugehörigen Apps. Vorgegeben sind damit nicht nur Funktionen, sondern auch die Algorithmen, die über Reichweite und Sichtbarkeit entscheiden, die Nutzungsbedingungen, die begrenzten Möglichkeiten für eigene technische Innovationen, ein bis hin zum Kinder- und Jugendschutz kritisch zu bewertendes Kommunikationsdesign sowie der Umgang mit Nutzungs- und Standortdaten.
Zahlreiche Aspekte der aktuellen Entwicklungen bei den großen Social-Media-Plattformen stehen im Konflikt mit den Zielen und Werten vieler Akteure (siehe unser Social-Media-Briefing vom 3. Februar 2026).
Eine mögliche Antwort auf diese Herausforderungen besteht darin, selbst eine kleine, aber vernetzte Social-Media-Plattform im Einklang mit den eigenen Zielen und Werten zu betreiben. Doch für wen lohnt sich das?
Gestaltungsmöglichkeiten im Fediverse
Im Gegensatz zu großen, zentralisierten Social-Media-Plattformen bietet das Fediverse deutlich mehr soziale, technische und kommunikative Gestaltungsspielräume. Öffentliche Einrichtungen, Stiftungen, Vereine, Verbände – aber auch Privatpersonen – haben hier die Möglichkeit, eine eigene kleine Social-Media-Plattform zu betreiben und aktiv zu gestalten. Dieser eigene Social-Media-Server wird Instanz genannt.
Bei E-Mail ist es längst üblich, eigene Server zu betreiben oder betreiben zu lassen. Ähnlich verhält es sich im Fediverse. Die Vorteile einer eigenen Instanz sind unter anderem:
- unabhängige und digital souveräne öffentliche Kommunikation
- zusätzliche Sichtbarkeit und Reichweite
- Hoheit über Offenheit, Inhalte, Links und Vernetzung
- marken- und wertetreue Social-Media-Präsenz mit weitgehenden Branding-Optionen
- Aufbau und Unterstützung einer eigenen, klar erkennbaren Community
- Offenheit, Auffindbarkeit und Zugänglichkeit der Inhalte – unabhängig von Apps und Plattformen
- ein aktiver Beitrag zu einem demokratischen Online-Kommunikationsökosystem
- weitreichende technische Freiheiten
Gestaltungsmöglichkeiten im Fediverse
Communities mit gemeinsamen Interessen
Eine themenspezifische Fediverse-Instanz bietet Menschen mit gemeinsamen Interessen einen individuell gestaltbaren Kommunikationsraum. Ein klarer thematischer Fokus erhöht die Qualität der Kommunikation, verbessert Networking-Möglichkeiten und steigert die Freude am Austausch. Ob Filmfans, Geschichtsinteressierte, Wissenschaftler:innen, Weinkenner:innen, Bücherwürmer oder Vereinsmitglieder – thematische Communities können sich im Fediverse „zu Hause“ fühlen und bleiben dennoch mit anderen vernetzt.
Communities in einer bestimmten Region
Ohne den eigenen Standort preiszugeben, können Menschen auf regionalen Instanzen sichtbar machen, in welcher Stadt, Kommune, Region oder in welchem Bundesland sie leben. Regionale Instanzen fördern Austausch und Vernetzung in der Nachbarschaft – unabhängig davon, ob diese groß oder klein ist. Gleichzeitig bleibt der Austausch mit Menschen weltweit möglich.
Die eigene Marke und die eigenen Werte
Mit einer eigenen Instanz entsteht Sichtbarkeit durch die Kommunikation der eigenen Community. Auch hier hilft der Vergleich mit E-Mail: Eine E-Mail-Adresse einer Universität, eines Vereins oder Unternehmens ist eine Visitenkarte mit zwei Seiten. Mitarbeitende und Mitglieder kommunizieren professionell und stärken zugleich die Marke. Auf X, Instagram, TikTok und Co. geht dieser Effekt verloren – jeder Post wirbt primär für die Plattform selbst und kann im Zweifel dem eigenen Image schaden.
Demokratische, unabhängige, öffentliche Kommunikation
Jede Fediverse-Instanz stärkt eine unabhängige öffentliche Kommunikationsinfrastruktur. Im Bereich Social Media bietet das Fediverse derzeit die größten Potenziale für Demokratie, Wissens- und Wissenschaftskommunikation sowie digitale Souveränität. Engagement im Fediverse ist ein positiver und vorbildlicher Beitrag zu einem besseren digitalen Ökosystem – und darf auch öffentlich kommuniziert werden.
Fazit: Entscheidend ist das Kommunikationskonzept
Ob sich der Betrieb einer eigenen Instanz im Fediverse lohnt, muss individuell geprüft werden. Potenziale, Kosten und Risiken lassen sich gut einschätzen. Entscheidend für den Erfolg sind eine realistische Bewertung der eigenen Möglichkeiten, ein langfristiges Kommunikationskonzept sowie Motivation und Freude an souveräner Kommunikation.
Factsheet „Souverän-digitale Kommunikation“
Factsheet „Mastodon-Startprozess“
