3. Februar 2026

Social-Media-Briefing für Kommunikationsverantwortliche 

Erneut hat die Kommission der Europäischen Union Untersuchungen gegen die Social-Media-Plattform X eingeleitet. Die wichtigsten aktuellen Artikel zur Entwicklung von Social-Media-Plattformen finden Sie in diesem Beitrag.

Neue KING CONSULT-Website

Serviceorientiert und Bildstark

Erneut hat die Kommission der Europäischen Union Untersuchungen gegen die Social-Media-Plattform X eingeleitet. Der Grund sind millionenfach verbreitete sexualisierte KI-Bilder. Meta blockiert auf Facebook, Instagram und Threads Links zu einer ICE-Protest-Website. Gleichzeitig belasten neue Dokumente den Konzern in einem Gerichtsverfahren in den USA. Meta soll wissentlich Profite über Kinder- und Jugendschutz gestellt haben. Frankreich hat ein Social-Media-Verbot für unter 15 Jährige auf den Weg gebracht während Jugendliche laut einer Befragung des Bundesverbands der Arbeiterwohlfahrt kein Verbot, sondern klare Regeln fordern. Hierzu hat die Digitale Gesellschaft Schweiz fünf Forderungen für bessere Plattformregulierung aufgestellt.

Die wichtigsten aktuellen Artikel zur Entwicklung von Social-Media-Plattformen finden Sie unten.

 

Verlust der Souveränität über die eigene Kommunikation

Kommunikationsverantwortliche in Medien, Verwaltung, Stiftungen und Unternehmen stellen diese Entwicklungen vor die Herausforderung, eine Social-Media-Strategie zu entwickelnd, die den eigenen Zielen und Werten entspricht.

Hinzu kommt das Sichtbarkeitsproblem: Die Algorithmen der großen Plattformen priorisieren kontroverse Inhalte und Formate die maximal an die Logiken der Plattformen angepasst sind. Posts mit Links auf die eigene Website werden algorithmisch benachteiligt. Wie viele Followers den eigenen Post angezeigt bekommen entscheide ein Algorithmus. Reichweite ist nicht mehr gleichzusetzen mit Sichtbarkeit oder Community.

 

In souveräne soziale Netzwerke investieren

Wer souverän kommunizieren möchte benötigt Kanäle, die zu den eigenen Zielen und Werten passen. Aktuell bieten im Bereich Kurznachrichten Mastodon und das Fediverse die besten Möglichkeiten für direkte Sichtbarkeit, mehr Community, Souveränität über Inhalte und Netzwerk sowie technische Innovation.

Wir unterstützen Sie vom Kommunikationskonzept bis in den Redaktionsalltag.

Folgen Sie uns auf Mastodon und diskutieren Sie mit: https://berlin.social/@kingconsult

 

Verlust der Souveränität über die eigene Kommunikation

»Meta Is Blocking Links to ICE List on Facebook, Instagram, and Threads«

Users of Meta’s social platforms can no longer share links to ICE List, a website listing what it claims are the names of thousands of DHS employees.

28. Januar 2026, David Gilbert, WIRED

Meta has started blocking its users from sharing links to ICE List, a website that has compiled the names of what it claims are Department of Homeland Security employees, a project the creators say is designed to hold those employees accountable. (…) While all the social media platforms where the link is blocked are owned by Meta, the reasons users are given for their inability to link to the ICE List website vary.

 

»Tiktok kämpft mit Zensurvorwürfen und technischen Problemen«

Die Übertragung des US-Geschäfts von Tiktok an neue Investoren sicherte die Zukunft der Video-App in den USA. Der Neustart verlief jedoch alles andere als reibungslos.

28. Januar 2026, HORIZONT Online / dpa

Die Probleme ziehen seit Tagen Aufmerksamkeit in den USA auf sich – auch, weil einige Nutzer im Netz berichteten, sie hätten bei Tiktok keine Videos von Protesten im Bundesstaat Minnesota hochladen und keine Direktnachrichten mit dem Wort „Epstein“ schicken können. Die schleppende Veröffentlichung von Unterlangen zu Ermittlungen gegen den berüchtigten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hatte in den vergangenen Wochen für Kritik an der Regierung von Präsident Donald Trump gesorgt. Kalifornien will jetzt die Zensurvorwürfe untersuchen.

 

»Microsoft öffnet dem FBI die Tür«

Microsoft hat Ermittlern Zugriff auf verschlüsselte Daten seiner Kunden verschafft. Und wieder stellt sich die Frage: Sollte man sich auf US-Tech-Firmen verlassen?

28. Januar 2026, Eva Wolfangel, Die Zeit.

Es ist der erste bekannte Fall, in dem das Tech-Unternehmen Behörden dabei geholfen hat, Zugriff auf verschlüsselte Festplatten seiner Kunden zu bekommen. In einer Zeit, in der in den USA brutal vorgehende ICE-Truppen auch technische Wege nutzen, um herauszufinden, wo sich potenziell zu verhaftende Menschen aufhalten und umgekehrt vielen in Europa die digitale Abhängigkeit von US-Diensten immer unangenehmer wird, gewinnt dieser Fall eine bedrückende Aktualität.

 

»If you’re tired of Truth Social, try Mastodating«

Trump’s ripping off Mastodon is a perfect parable for EU hesitation to seize the tech tools it already has«

28. Januar 2026, Maximilian Hennig, Euractiv

European politicians, meanwhile, have been too preoccupied to set up shop on Mastodon. Sure, the Commission has its own account, but Henna Virkkunen, the EU’s commissioner for tech sovereignty, only joined the fray two weeks ago. None of her colleagues have yet followed her, nor have many of the lawmakers who joined in the call for European alternatives to X.

 

»“[Instagram] is a drug”: Internal messages may doom Meta at social media addiction trial«

A loss could cost social media companies billions and force changes on platforms.

27. Januar 2026, Ashley Belanger, Ars Technica.

Anxiety, depression, eating disorders, and death. These can be the consequences for vulnerable kids who get addicted to social media, according to more than 1,000 personal injury lawsuits that seek to punish Meta and other platforms for allegedly prioritizing profits while downplaying child safety risks for years. (…) “Internal documents that have been held establishing the willful misconduct of these companies are going to—for the first time—be given a public airing,” Bergman said. “The public is going to know for the first time what social media companies have done to prioritize their profits over the safety of our kids.”

 

»Die USA lobbyieren gegen die digitale Souveränität der Schweiz«

Ein Schlagabtausch auf Linkedin war nur die Spitze des Eisbergs: Amerikanische Handels­vertreter und Tech-Konzerne bearbeiten Schweizer Behörden, um sie vom Kurs der digitalen Unabhängigkeit abzubringen.

26. Januar 2026, Adrienne Fichter (Text) und Lisa Rock (Illustration), Republik

Es ist eine bemerkens­werte Situation: Ein Handels­vertreter, der amerikanische Interessen vertritt, mischt sich in die eigenständige Entscheidung des IT-Leiters eines Schweizer Gerichts ein. Der Frontal­angriff auf der Business-Plattform war jedoch nicht die einzige Intervention des Vertreters der Schweizerisch-Amerikanischen Handels­kammer. Alex Grossen­bacher klopfte noch bei weiteren Städten und Kantonen an, die im Beirat des Souveränitäts­netzwerks vertreten sind.

 

»TikTok now specifically tracks immigration status and gender identity«

Whatever you post on TikTok now goes directly to Trump’s billionaire buds, whom he hand-selected to purchase the world’s most addictive social media app.

26. Januar 2026, Matt Schimkowitz, Paste

As stated in the new terms and conditions, TikTok now specifically tracks data related to users’ immigration status and gender identity, which is an especially worrying addition given the close proximity between the new owners and an administration hostile toward marginalized groups.

 

»Wegen KI-Chatbot Grok: EU startet Untersuchung gegen X«

Die EU-Kommission leitet eine Untersuchung gegen die Plattform X ein. Grundlage sind Europas Digitalgesetze. Im Mittelpunkt steht der Chatbot Grok, es geht dabei um sexualisierte KI-Bilder.

26. Januar 2026, Kathrin Schmid, ARD Brüssel

Auch in Großbritannien wird gegen X ermittelt: Der zuständige Kommissionssprecher Thomas Regnier bezweifelte, dass das Unternehmen von Elon Musk die Risiken ausreichend untersucht und angemessene Vorkehrungen getroffen habe. „Eines ist sicher: In den Berichten von X zu ihrer Risikobewertung wird Grok nirgends erwähnt“, so Regnier. „Was bedeutet das? Es bedeutet, dass X die Risiken, die von Grok für unsere Bürger in der EU ausgehen, schlichtweg nicht bewertet hat.“

 

»ICE Asks Companies About ‘Ad Tech and Big Data’ Tools It Could Use in Investigations«

A new federal filing from ICE demonstrates how commercial tools are increasingly being considered by the government for law enforcement and surveillance.

26. Januar 2026, Caroline Haskins, WIRED

The request underscores how tools originally developed for digital advertising and other commercial purposes are increasingly being considered for use by the government for law enforcement and surveillance. (…) ICE has also previously purchased products that provide mobile location data, which is sometimes among the information provided by companies that buy and sell information collected for online advertising. Ad tech data can include details about the device and apps a person is using, where they are located, and their browsing activity, among other information.

 

»X Is a Power Problem, Not a Platform Problem«

9. Januar 2026, Laurens Hof, Connected Places

We’re used to describing X as a platform, and analyse X accordingly. The photos of X being on the big screen while coordinating the Maduro raid is an indication that X acts as the infrastructure for power, the glue that connects the neo-royalty.