1. Juli 2026

Social-Media-Sommer: Neues zu funk, Stiftungskommunikation, W Social, mu.social, Fediverse und mehr

Die Social-Media-Landschaft wird vielfältiger, das macht es für Kommunikationsverantwortliche nicht einfacher, aber interessanter. Mit W Social ist im Juni eine weitere Plattform an den Start gegangen. Lohnt sich der Einstieg oder sind Mastodon, Eurosky und Co. attraktiver? Von uns kommt u.a. ein neues Factsheet für Stiftungskommunikation.

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Serviceorientiert und Bildstark

funk ist im Fediverse gestartet!

funk, das öffentlich‑rechtliches Online‑Angebot für junge Menschen von ARD und ZDF, ist im Juni mit einem Account und einer eigenen Mastodon-Instanz im Fediverse gestartet. Programmchef Philipp Schild erklärt im Interview mit dem medium magazin warum jetzt die Zeit für diesen Schritt reif war und wie es weiter geht. Was für viele JournalistInnen interessant sein dürfte: funk hat „im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen in den USA erlebt, dass politische Inhalte bei Meta in der Reichweite gedrosselt wurden.“ Das führte zu Reichweitenverlust von teilweise 20 Prozent. Philipp Schild hält es für „demokratierelevant, wenn [Menschen auf diese Weise] von Informationen abgeschnitten werden“. Wir wünschen der funk-Community viel Freude und beste Erfolge im Social Web!

Neues Factsheet: »Erfolgreiche Stiftungskommunikation in offenen Netzwerken«

Immer mehr Stiftungen suchen nach Alternativen zu kommerziellen Social-Media-Plattformen, um ihre Kommunikation unabhängig, datenschutzfreundlich und wertebasiert zu gestalten. Wir sehen großes Potenzial und bietet ab sofort maßgeschneiderte Beratung für Stiftungen an, die ebenfalls den Schritt zu Mastodon wagen möchten.
Unser neues Factsheet »Erfolgreiche Stiftungskommunikation in offenen Netzwerken« ist jetzt online.

 

Berlin und Bonn: Initiativen für öffentliche Kommunikations-Netze

Die Bundestagsfraktion der Grünen fordert die Bundesregierung auf, europäische soziale Netzwerke zu fördern. Dabei geht es um Unabhängigkeit von Plattformen wie X und die Entwicklung einer digitalen, öffentlichen Kommunikationsinfrastruktur. Ziel ist „ein staatsfernes Ökosystem an gemeinwohlorientierten, dezentralen sozialen Netzwerken“.

In Bonn hat die Regionalgruppe des netzpolitischen Vereins D64 einen Bürgerantrag eingereicht. Gefordert wird eine stärkere Nutzung demokratisch organisierter Fediverse-Plattformen in der Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Bonn. Der Antrag stützt sich auf die „+1-Strategie“ und wird Anfang Juli im Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger beraten.

Newcomer: W Social erntet Zuspruch und Kritik

Viel Aufmerksamkeit hat im Juni W Social bekommen. Die neue, auf Bluesky basierende, Social-Media-Plattform will ein europäisches „X“ werden und ist mit einer öffentlichen Vorab-Version gestartet. Anders als ihre Mitbewerber bekam sie gleich zu Beginn höchsten politischen Support. EU-Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen hat sich als early adopter einen Account zugelegt. Anfang 2027 soll die vollständige Version der Plattform online gehen, dann auch mit Werbung und einem Erlösmodell für Creators. Hohe Erwartungen auf der einen, ernüchternde Kritik auf der anderen Seite:

Tech-Autor Sascha Pallenberg denkt W Social ist „zum Scheitern verurteilt“. Unter anderem, weil, wer sich registrieren möchte, den Ausweis oder Pass sowie das eigene Gesicht scannen und verifizieren lassen muss.

Die Social-Media-Expertin Elena Rossini kritisiert in ihrem jüngsten Blogartikel über W Social, dass die Plattform mit manipulierten Zahlen werbe.

 

Innovation pur: Eurosky startet mu.social

Eine Woche bevor We Social online ging, hat Eurosky die Plattform mu.social gestartet. Allerdings mit wesentlich weniger politischer und medialer Aufmerksamkeit, obwohl das Projekt eine wirklich innovative Social-Media-Zukunft starten könnte. Mu.social wurde in nur einem Monat auf die Beine gestellt. Das ist möglich, weil die zugrundeliegende Infrastruktur schnelle und innovative Entwicklung ermöglicht. Mu.social ist eine Plattform, aber auch ein Innovationsreallabor und ein Best Practice. Die Plattform kann unter anderem mit Accounts von Bluesky oder Eurosky genutzt werden. Aktuell nur im Browser, Apps für iOS and Android sind noch für Sommer angekündigt. Zu den Featuren gehören verifizierte Accounts. Allerdings nicht mit ID- und Gesichtsscan, sondern nach dem trusted verifier-Prinzip. Wir sind gespannt!

 

Termin: Berliner Fediverse Day, 11-13 September

Wir beteiligen uns am Netzwerk-Event »Berliner Fediverse Day« vom 11. bis 13. September auf der c-base in Berlin (Rungestrasse 20). Das Event bringt Menschen aus Entwicklung, Verwaltung, Wissenschaft, Journalismus, Recht sowie Kunst und Kultur zusammen, um nachhaltige Social-Media-Alternativen zu Big-Tech-Plattformen zu stärken. In Vorträgen und Workshops werden neueste Entwicklungen, Projekte und Initiativen präsentiert und diskutiert. Termin vormerken! Wir freuen uns auf das Event.

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